Dalmatiner- und Labradorzucht "VOM KIRBACH"
FCI
Zucht freundlicher Familienhunde
seit 1984
Gabriele Kadatz 27245 Bahrenborstel Tel. 04273 963569
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Goldene Regeln für Welpenkäufer (s. auch "Ethik in der Hundezucht"
1. Überlegen Sie sich gut, ob sie einen Hund halten können.
Zum Anschaffungspreis kommen die Haltungskosten hinzu (Futterkosten beim 1
bis 2 Euro am Tag, dazu kommen die Kosten für die jährliche Impfung und
Haftpflicht ( ca. 100 bis 200 Euro im Jahr). Eventuell notwendige Tierarztkosten
bei Krankheit oder Unfällen müssen auch einkalkuliert werden! Bedenken
Sie, daß ein Hund - gottseidank - alt werden kann- ein Labrador
durchschnittlich 10 bis 13 Jahre. Ihre Lebensplanung sollte so sein, daß ihr
Hund bei
Ihnen bleiben kann- ein Hund ist kein "Teil" , daß man sich mal eben so
anschafft und dann wieder abschafft.
Die ganze Familie muß mit dem Hund einverstanden sein und Zeit für den Hund
haben, besonders die "Hausfrau", denn sie hat die meiste Arbeit!
Haben Sie genügend Platz und Zeit? Ideal ist ein Haus mit ( gut eingezäuntem)
Garten, auch Wohnungshaltung ist gut möglich, wenn genügend Spaziergänge
gemacht werden können.
Länger als einen halben Tag sollte ihr Hund nicht alleine verbringen müssen.
2. Informieren Sie sich so gut wie möglich über die Rassen, die Ihnen gefallen.
Welche Anforderungen stellt die Rasse an die Haltung, was erwarten Sie von
Ihrem Hund? Es gibt genügend Bücher und Hundezeitschriften. Eine weitere
Möglichkeit ist das Gespräch mit Hundehaltern und der Besuch von (VDH
geschützten) Ausstellungen. Weiterhin gibt es Videokassetten mit Rasseportraits
und natürlich das Internet. Je besser Sie sich informieren, desto leichter
finden sie einen guten Hund, der Ihren Erwartungen entspricht!
Treffen Sie keine emotionalen Entscheidungen, weil in der Nachbarschaft
gerade so "süße" Welpen sind oder die Kinder quengeln, damit möglichst bald ein
Hund in's Haus kommt (Kinder begleiten den Hund nur eine begrenzte Zeit in
seinem Leben (oder umgekehrt) - sie sind ein Leben lang - d.h. 10 bis 15 Jahre
mit ihm zusammen und für ihn verantwortlich.
Labrador Retriever sind Arbeitshunde, die früher den Fischern halfen und
zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England als Apportierhund für die Jagd auf
Federwild gezüchtet wurden. Ihre große Arbeitsfreude, ihr "Will to please" ist
ihnen bis heute erhalten geblieben. Nicht nur als Jagdhund, sondern auch als
Blindenhund, Rettungshund, Drogensuchhund und Therapiehund bewähren sie sich.
Natürlich sind es auch liebe und freundliche Familienhunde, aber gerade aus
diesem Grund sollte man ihnen auch als Nicht-Jäger rassetypische
Arbeitsmöglichkeiten (Dummyarbeit etc) geben.
3. Planen Sie den Welpenkauf sorgfältig.
Zunächst einmal sollten Sie nur bei einer vom VDH (Verband für das Deutsche
Hundewesen) geschützten Zuchtstätte kaufen. Der VDH hat sehr strenge
Zuchtbestimmungen, die sich am Wohl des Hundes (weit über das hinaus, was das
deutsche Tierschutzgesetz verlangt) und an allgemein gültigen biologischen
Regeln für die Tierzucht orientieren. Darüber hinaus erlassen die einzelnen
Rassehundevereine Bestimmungen (Zuchtordnungen), die speziell auf die
Bedürfnisse
der Rasse abgestimmt sind. Wenden Sie sich an die Geschäftstelle des DRC
(Deutscher Retriever Club) , die Welpenlisten (Geplante Würfe, Deckakte,
Wurfmeldungen mit den Züchteradressen) bereit hält bzw. im Internet
veröffentlicht.
Der Labrador ist zur Zeit ein Modehund, der wirklich massenweise von
unorganisierten "Züchtern" und schlimmer noch- von Händlern, die sich
als "liebevolle Züchter" in Zeitungen anpreisen, angeboten wird.
.Durch "Hobbyzüchter" vorgenommene Anpaarungen mit dem nächstbesten Rüden oder
gar die Ausbeutung von Hündinnen mit Ausnutzung jeder Hitze
(Hundefarmen und andere Vermehrungsstätten ) haben mit Hundezucht nichts zu tun
. (Mehr möchte ich an dieser Stelle dazu nicht schreiben...)
4. Suchen Sie sich einen Züchter, der
Ihren Vorstellungen entspricht.
Adressen von VDH-Züchtern nennen Ihnen die
Welpenvermittlungsstellen der Vereine, Anzeigen in Fachzeitschriften (Hund/Jagd) .
Natürlich gibt es auch bei den vom VDH kontrollierten Zuchtstätten große
Unterschiede. Die Zuchtordnung macht nur klare Vorgaben, was mindestens
erfüllt sein muß.
Die für den Laien zunächst schwer erkennbaren Unterschiede liegen
1. In der Qualität der zur Zucht verwendeten
Elterntiere . Der Deutsche Retrieverclub verlangt beim Labrador : HD- und ED
-Röntgen und jährliche Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen, Gentest
für PRA sowie
einen bestandenen Wesenstest, beim sog. " Formwert" erfolgt die Beurteilung des Exterieurs durch
einen VDH- Richter, außerdem muß ein Elternteil eine Jagdprüfung oder
vergleichbare Dummyprüfung haben..) Die endgültige Zuchtzulassung wird unter Berücksichtigung aller Ergebnisse erteilt. Haben die Eltern einen oder mehrerer
Championtitel, so können sie sicher sein , daß es sich um besonders "schöne"
d.h. dem Standard nahe kommende Hunde handelt, die außerdem ein belastbares ,
freundliches Wesen haben (sonst wären sie mit Sicherheit nicht Champion
geworden!!) Bestandene Prüfumgen beweisen, Daß jagdliche Anlagen, arbeitsfreude,
Führigkeit etc.tatsächlich vorhanden sind. Zusätzlich müssen die beiden auch zueinander "passen", sie sollten nicht die gleichen Schwächen haben und
möglichst im erwünschten Sinn eine Verbesserung erbringen.
Gute Züchter planen und überlegen wochenlang, schauen sich auf Ausstellungen
um, studieren die Zuchtbücher und nehmen oft weite Reisen in Kauf, um eine
Anpaarung vorzunehmen, die ihre Hoffnungen erfüllen soll.
Der aufgeklärte Welpenkäufer weiß das, und stellt entsprechende Fragen !
2. Es gibt große Unterschiede in der Aufzucht der
Welpen. Damit ist nicht die Fütterung gemeint, sondern das Bemühen um die
seelische Entwicklung des
Welpen. Ein Welpe macht beim Züchter schon eine wichtige Entwicklungsphase
durch, nämlich die Prägungsphase von der 4. bis zur 7.
Lebenswoche.
Diese Zeit ist vergleichbar mit den ersten 3 Lebensjahren des Kindes,
denen nicht nur die Psychoanalytiker eine entscheidende Bedeutung für die
Entwicklung
der Persönlichkeit beimessen. Explorationsverhalten, Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten, Umgang mit anderen Hunden und mit Menschen - die genetisch
festgelegten Anlagen werden in dieser Zeit gefördert (oder auch nicht! ) -
diese Erfahrungen prägen den Hund lebenslang!
Ein betonierter Zwinger und eine gute Fütterung reichen mit Sicherheit nicht
aus, um einen Welpen optimal zu fördern. Ein Welpe erweitert seinen
Aktionsradius jeden Tag , mit 7 Wochen entfernt er sich über 30-50 Meter weit
von seiner Wurf- bzw. Schlafkiste! Die Welpen sollten also die Möglichkeit
haben, ihre Umgebung so weit wie möglich zu erkunden.
Außerdem muß sich der Züchter (und andere Menschen und möglichst auch Hunde)
in dieser Zeit häufig mit den Welpen beschäftigen, um eine gute soziale Prägung
zu erreichen.
Die Aufzucht eines Wurfes ist also eine aufwändige Sache - besuchen Sie
mehrere Zuchtstätten , und Sie werden die Unterschiede erkennen.
5. Überlegen Sie, zu welchem Zeitpunkt des Jahres Sie den Welpen zu sich nehmen können.
Wenn Sie schon einen Züchter ausgesucht haben, sprechen Sie sich rechtzeitig mit ihm ab. (Manche Leute haben die Vorstellung, Züchter haben ständig Welpen "auf Lager", das ist natürlich nicht der Fall) . Eine Zuchthündin darf maximal einen Wurf im Jahr haben, sie wird in der Regel 2 im Jahr mal läufig. (Eine Hündin trägt 9 Wochen, die Welpen können mit 8 Wochen abgegeben werden - der Züchter weiß also ungefähr , wann er Welpen haben wird.
6. Entscheiden Sie, ob sie einen Rüden oder eine Hündin nehmen wollen.
Ein Rüde benötigt eine festere Hand - also mehr
Erziehung. er möchte in seinem Rudel (wie die Männer so sind ) möglichst weit
oben sein und probiert ständig
aus, ob er seinen Rang verbessern kann.
Als Faustregel gilt : Für "Anfänger" in der Hundehaltung und für Familien mit
kleinen Kinder (unter 6 Jahre) ist eine Hündin geeigneter. Hündinnen haben ein
sanfteres Wesen, ordnen sich eher unter und Erziehungsfehler wirken sich nicht
so stark aus.
Ihr Nachteil: Sie werden ca. 2mal im Jahr läufig und müssen in dieser Zeit gut
behütet werden (dauert ca. 3 Wochen) Eventuell werden Sie auch scheinträchtig.
Es gibt auch Rüden, die das ganze Jahr "läufig"
sind - ihr Drang, ständig hinter Hündinnen er zu sein, kann sehr lästig werden.
Ein in gut erzogener Rüde ist jedoch ein wunderbarer, ständig einsatzbereiter
Hund ( doch Erziehung kostet Zeit, und man muß konsequent sein, und üben, üben.